Relais San Damian: Ein Sehnsuchtsort in Ligurien. Und die Erkenntnis, dass Heimat mehr ist als ein Ort.

Der Regen prasselt unaufhörlich auf den großen Tisch auf der Terrasse. Dicke Tropfen, die Blasen werfen. Der Himmel grau, schwer, verhangen. Zurück in Deutschland. Zurück im Sommer, wie er hier manchmal eben ist.
Mir wird klar: Das sind sie – die letzten Tage des Urlaubs. Ich blicke ins nasse Grau. Lasse mich kurz von der Trostlosigkeit des Wetters runterziehen. Und schließe die Augen.
Ein paar Tage zurück. In Gedanken. Sommer in Ligurien. Relais San Damian. Der Blick aufs Meer, der Himmel tiefblau. Ich spüre die Wärme auf der Haut. Atme tief ein. Und da ist er wieder – dieser Duft: nach Kräutern, nach Blüten, nach Sommer. Der Duft von Süden. Von Zeitlosigkeit.
Und dann läuft dieser Song in meinem Kopf:
„Sunrise, sunrise, looks like morning in your eyes…”
https://open.spotify.com/intl-de/track/7zkLpY72g6lKQbiHDqri1S?si=95076c09dac34d16
Norah Jones. Damals – beim allerersten Besuch im San Damian, vor über zwanzig Jahren – lief genau dieses Lied. Und irgendwie ist es geblieben. Immer, wenn ich es heute höre, bringt es mich zurück. Wie ein innerer Kompass. Oder ein Schlüssel, der eine Tür öffnet.
San Damian ist längst nicht mehr nur ein schöner Ort. Es ist ein Stück Zuhause geworden.
Ich sitze im Garten. Bougainvilleen, Orleander. Sie leuchten in allen Farben, daneben das sanfte Grün der Zypressen, Agaven, eine mächtige Dattelpalme. Alles strahlt Ruhe aus – selbst in der Hitze. Die Kräuter duften, wenn man mit der Hand darüberfährt. Neben mir der Pool. Um ihn herum: Liegen und Sonnenschirme, als wären sie den Fünfzigern entsprungen.. Alles wirkt stimmig, harmonisch. Elegant. Und doch so unendlich unkompliziert. Eben genau richtig. Beim Schwimmen der Blick durch alte Olivenbäume Richtung Tal. Und das Gefühl, als würde man direkt zum Meer gleiten.















Jeder hat solche Orte. Orte, an denen plötzlich alles in Ordnung scheint. An denen der Alltag Pause macht – ganz von allein.
San Damian ist so ein Ort für mich geworden.
Vor über zwanzig Jahren war ich zum ersten Mal hier. Und vielleicht war damals nicht alles so wie heute. Aber eines hat sich nie verändert: die Stimmung. Dieses Gefühl, das dieser Ort auslöst – so nah an meinem Ideal eines Lebens unter der ligurischen Sonne. Leicht. Echt. Und voller Ruhe.
Pamela und Roberto, die seit vielen Jahren als Gastgeber mit stiller Hingabe wirken, haben San Damian behutsam weiterentwickelt. Immer mit dem Blick fürs Wesentliche. Für das, was diesen Ort ausmacht. Und für das, was ihre Gäste spüren sollen: Gelassenheit. Wärme. Zeit, die sich ausdehnt.
Wenn du beim Lesen gerade an einen eigenen Ort denkst – einen, der dich trägt, der dich berührt – dann weißt du, was ich meine. Und vielleicht bist du, so wie ich, dankbar dafür, dass es Menschen gibt wie Pamela und Roberto. Menschen, die nicht nur beherbergen, sondern etwas bewahren. Und schenken.
Momente, die bleiben.
Selbst dann, wenn zu Hause der Regen gegen die Fensterscheiben schlägt. Und die Welt da draußen wieder einmal ein bisschen zu grau erscheint.
Links: